



Kreis und Kreuzung /
Potsdamer Straße /
Rosa Luxemburg Platz
Ich laufe im vorgegebenen Takt der Ampelschaltungen über jede Straße einer Kreuzung, so dass ich einen Kreis beschreibe. Ich stoppe die Zeit. Dieses Prozedere dauert erfahrungsgemäß, je nach Verkehrsaufkommen an der jeweiligen Kreuzung, zwischen zwei bis vier Minuten. Ich zeichne unmittelbar nach der Runde meine prägnantesten Wahrnehmungen aus der Erinnerung und nehme mir dafür dieselbe, zuvor gestoppte Zeiteinheit.
Skizziere ich direkt nach dem Umrunden der Kreuzung, so zeigt sich die Repräsentanz dieser Kreuzungsumrundung auf meiner Skizze, die das direkt Wahrgenommene ganzheitlich zum Ausdruck bringt. Durch die mir auferlegte Zeitbegrenzung, habe ich keine Zeit, mir zu überlegen, was genau ich skizzieren möchte. Ich skizziere frei aus der Hand: schnell, spontan, selektiv.
Die Unmittelbarkeit des ikonographischen Notierens, in derselben Zeiteinheit wie die Handlung kurz davor, erzeugt Zeitdruck – der Stress und die Hektik der verkehrsreichen Kreuzung spiegelt sich in der Skizze wider.
Experiment, Reihe an Zeichnungen
Teil der Reihe Sinnesausflüge: Erlebniszentrierte Settings zu Raum- und Zeitwahrnehmung
2013–dato







