



Tiny Data
In einer „Ära des Rankings“ können Individuen permanent online als gut oder schlecht bewertet werden – sei es der*die Uber-Fahrer*in mit 3 Sternen oder der *die Verkäufer*in via shitstorm. So wachsen Datenberge an, was oft als unabänderliche Gegebenheit unserer medial vernetzten Welt akzeptiert wird. Im Kontrast zu anonymer Fremdbewertung verkehrt das Experiment „Tiny Data“ die anonyme Bewertungs-Dynamik in ihr Gegenteil: In einem Selbstexperiment erstellte die Künstlerin Hunderte von Reviews über ihr Verhalten, indem sie
sich selbst nach jeder Interaktion mit einem menschlichen Gegenüber auf Karteikarten bewertete. Aus dem direkt notierten Erleben resultieren ästhetische Diagramme, die wiederum einen Möglichkeitsraum zur Evaluation eröffnen. In Umkehrung zur Tendenz proklamierter Selbstentfremdung durch „Big Data“ entwirft „Tiny Data“ durch „neue“ analoge Methoden ein autonom handelndes Subjekt.
Real Time Tracking System bestehend aus 500 Karteikarten
2017–dato








